Nach einer langen, gesundheitsbedingten Pause hat es mich heute mal wieder etwas ausführlicher in die Küche gezogen. Vielleicht wurde ich ja auch schon vermisst ... aber auch ich war nun einige Wochen gezwungen wieder auf Convenience-Produkte zurückzugreifen, wenn der Hunger kam.

Stehen und Laufen fällt mir zwar noch immer schwer, aber viele Tätigkeiten konnte ich im Sitzen durchführen, was es erträglich machte. So packte es mich heute und, schon mal als Training für Weihnachten sozusagen, ich habe mir

Frische Pasta mit Knoblauch-Paprika-Tomaten-Sose, Parmesan und gerösteten Pinienkernen

zubereitet. Abgesehen von etwas Parmesankäse aus komplett frischen Zutaten zubereitet.

Den Nudelteig hatte ich schon gestern Abend vorbereitet. Dieser besteht ausschließlich aus Hartweizengries und Wasser ... sonst nix. Ich koche ja eigentlich selten mit Wage und Rezept. Daher ist es immer etwas schwierig die genauen Zutatenmengen anzugeben. Ich denke, es waren so etwa 300 g Gries und etwa 150ml sehr warmes Wasser. Ich hab den Teig in einer Schüssel begonnen. Wer allerdings eine geeignete Arbeitsplatte dafür hat kann auch direkt darauf anfangen.

In den Gries eine kleine Mulde drücken und in kleinen Mengen das Wasser zugeben. Immer kneten, bis das Wasser vollständig aufgenommen wurde und so weiter. Am Ende sollte der Teig eine feste, kompakte, nicht klebende Masse ohne Risse sein .. so etwa wie Knetgummi oder Ton zum Töpfern. ... aber nicht verwechseln „smile“-Emoticon

Den Teig dann in Klarsichtfolie einpacken und über Nacht im Kühlschrank ruhen lassen.

Heute dann, also etwa 1/2 Tag später (kann aber durchaus noch länger liegen) den Teig in kleine Portiönchen aufteilen und mit der Nudelmaschine zuerst zu dünnen Platten, dann zu Bandnudeln verarbeiten. Geht natürlich auch mit Nudelholz und Messer, aber da ich so ein schönes Maschinchen mein Eigen nenne, nutze ich sie natürlich auch dafür ... und es geht sehr viel einfacher so.

Die Nudeln dann auf mehrere Küchentücher verteilen und trocknen lassen. Trocken halten sie sich sehr lange, allerdings liegen sie bei mir selten so lange ... so kann ich gar nicht sagen, wo in etwa die Grenze der Haltbarkeit liegt „smile“-Emoticon

Zum Kochen dann einen Topf mit Salzwasser zum Kochen bringen und die Nudeln 3-4 Minuten ziehen lassen. Das Wasser sollte nicht mehr sprudelnd kochen, nur leicht sieden. Etwas Gemüsebrühe mit ins Wasser gibt den Nudeln übrigens gleich noch etwas mehr Geschmack ... einfach mal ausprobieren.

Die Sose war sehr einfach ... aber s...lecker „smile“-Emoticon

Reichlich Olivenöl in eine Pfanne geben, 4-5 kleingeschnittene Knoblauchzehen dazu, eine Gemüsepaprika (ich habe mich für die Farbe Gelb entschieden, ist aber grundsätzlich egal bzw. Geschmacksache) in kleine Würfel geschnitten geworfen und alles zusammen angeröstet. Für das Aroma hab ich noch einen Zweig Rosmarin mit in das heiße Öl gegeben.

Dies dauert so 4-5 Minuten. Dann muss es schnell gehen. Das ganze mit Salz, Pfeffer und möglichst frischen Kräutern würzen (ich musste auf TK-Kräuter zurückgreifen, da mein Kräutergarten bis auf den Rosmarin die Wochen der mangelhaften Pflege durch mich nicht überlebt hat „frown“-Emoticon ). Die zuvor halbierten Kirschtomaten kruz dazugeben, und die abgeschütteten Nudeln sofort unterheben.

Der Nachteil an selbst gemachten Nudeln ist, dass diese bereits nach kürzester Zeit, wenn sie abgegossen wurden, zusammenkleben und sich dann nur noch ein unansehnlicher Klumpen auf dem Teller befindet. Ich gebe demütig zu, dass ich dieses Problem leider noch nicht in den Griff bekommen habe. Aber lecker sind sie trotzdem ...

Das Ganze dann auf einem Teller portionieren, mit etwas gehobeltem Parmesan bestreuen und zuvor in einer Pfanne trocken angeröstete Pinienkerne darüber streuen.

Ach herje ... war das lecker. ... Jetzt hab ich in den vergangenen 10 Wochen fast 10 Kg abgenommen ... ich glaub, wenn ich nun wieder öfter in der Küche stehe, wird das schnell wieder drauf sein ... diese bösen bösen Kalorien .....

 

Es ist im Moment etwas ruhig geworden auf dieser Seite .... nein, ich bin nicht auf Diät .... aber etwas viel um die Ohren im Moment. Daher finde ich leider etwas wenig Zeit neue Experimente in der Küche zu starten. Bleibt halt nur der Griff zu dem was die Küche so auf die Schnelle hergibt ... ungesund wie eh und je, aber irgendwas muss ich ja essen und immer noch besser was schnell zusammengeworfenes als der Rückgriff auf Industriefood.

Heute hab ich eine Mischung aus Resteverwertung und schneller Küche produziert. Nichts besonderes, nicht aufwendig, aber lecker und gesund und beinahe unendlich variierbar - die einzige Zutat, die immer enthalten sein sollte, ist Reis ... sonst wär es ja keine Reispfanne:

Reispfanne mit Kürbis und Paprika und Sojaschnetzel

Einen halben Kürbis hatte ich noch von letzter Woche übrig, die Paprika musste auch langsam mal weg und eine halbe Dose Mais stand auch noch im Kühlschrank. Es ging auch ganz flott:

  1. Reis nach Packungsanweisung kochen .. dabei aber nur etwa 2/3 der Kochzeit nutzen, da der Reis noch in der Pranne nachgart.
  2. Kürbis in kleine Stückchen schneiden und in etwas Öl kross anbraten.
  3. Paprika in kleine Stücke schneiden und zusammen mit zwei klein geschnittenen Knoblauchzehen ebenfalls anbraten.
  4. Champignons in Stücke schneiden und ... anbraten.
  5. Sojaschnetzel in Gemüsebrühe einweichen, 15 Minuten ziehen lassen und anschließend überschüssige Brühe abgießen (Sieb).
  6. Mais abtropfen lassen
  7. alles zusammen in eine große Pfanne geben, gut durchmischen und anbraten. 
  8. Mit Salz, Pfeffer und Paprika würzen.
  9. Mit einer Dose Kokosmilch aufgießen und 2-3 Minuten köcheln lassen.

 

.... und schon fertig. Einfach ... schnell ... lecker ... und gesund ... und in dieser Version auch wieder vollständig vegetarisch .. bzw. sogar vegan.

Da die Zutaten sehr unterschiedliche Garpunkte haben und die Pfanne am Ende auch wieder sehr voll wird, brate ich immer alle Zutaten einzeln an und mische hinterher alles zusammen. Man kann auch mehrere Pfannen gleichzeitig verwenden, aber dass kann durchaus in Stress ausarten ... und den hab ich außerhalb meiner Küche derzeit schon zu genüge.

Der September

(Erich Kästner)

 

Das ist ein Abschied mit Standarten
aus Pflaumenblau und Apfelgrün.
Goldlack und Astern flaggt der Garten,
und tausend Königskerzen glühn.

 

Das ist ein Abschied mit Posaunen,
mit Erntedank und Bauernball.
Kuhglockenläutend ziehn die braunen
und bunten Herden in den Stall.

 

Das ist ein Abschied mit Gerüchen
aus einer fast vergessenen Welt.
Mus und Gelee kocht in den Küchen.
Kartoffelfeuer qualmt im Feld.

 

Das ist ein Abschied mit Getümmel,
mit Huhn am Spieß und Bier im Krug.
Luftschaukeln möchten in den Himmel.
Doch sind sie wohl nicht fromm genug.

 

Die Stare gehen auf die Reise.
Altweibersommer weht im Wind.
Das ist ein Abschied laut und leise.
Die Karussells drehn sich im Kreise.
Und was vorüber schien, beginnt.

 


 

Ja, es ist schon wieder September. Der Sommer scheint nun endgültig vorbei und auch das Angebot in den Obst- und Gemüseauslagen ändert sich langsam. Nun ja, am auffälligsten sind natürlich die Berge von Lebkuchen und Marzipan, die einem plötzlich die Sicht in den Supermärkten versperren .... und mal ehrlich, an Obst und Gemüse findet man inzwischen fast ganzjährig alles in den Auslagen. Und wenn die Trauben im April mit dem Flugzeug aus Südamerika oder Australien eingeflogen werden ... ganz egal. Saisonal gibt es nicht mehr ... jetzt und sofort und alles ... das Motto unserer Zeit. Wenn uns dieser Anspruch nicht alsbald mal um die Ohren fliegen wird ...

Saisonal im Moment ist aber mit Sicherheit der Kürbis. Bis Halloween ist es zwar noch einige Wochen, aber ich fang heut schon mal damit an, mir um die kulinarische Zubereitung der Cucurbitaceae Gedanken zu machen.

Aus diesem Ansinnen ist heute ein

Kürbis-Kokos-Brotaufstrich

entstanden.

Hier die Zubereitung:

  • 1/2 Kürbis (Hokkaido) entkernen, schälen und in kleine Stücke schneiden. Kürbisstücke in einen Topf geben und 
  • 200ml Wasser zugeben … so viel, dass der Kürbis gerade so bedeckt ist.
  • ca. 20 Minuten bei mittlerer Hitze kochen lassen. Die ersten 10 Minuten mit Deckel, die restliche Zeit ohne. Häufig umrühren und achten, dass er nicht anbrennt. Wenn notwendig, noch etwas Wasser zugeben. Am Ende sollte das Wasser vollständig aufgenommen und verdampft sein.
  • 20g Ingwer und eine Knoblauchzehe fein hacken. Eine kleine Chilischote in feine Streifen schneiden.
  • Ingwer, Knoblauch und Chili zu den fertig gegarten Kürbis geben.
  • 1/2 Teel. Zimt zugeben und mit Salz abschmecken.
  • 3-4 Essl. Kokosöl zu der noch warmen Masse geben und so lange rühren, bis das Kokosöl vollständig geschmolzen ist.
  • Mit dem Pürierstab alles zu einer gleichmäßigen Masse verarbeiten.
  • 3-4 Essl. Kokosraspel in einer Pfanne trocken anrösten und unter die Masse heben.
  • Zum Garnieren einige Kürbiskerne darüber streuen.

 

schnell zubereitet und lecker. Ich muss sagen ... war heute vermutlich mein bester Einfall

 

Hier geht es zum Rezept: Kürbis-Kokos-Brotaufstrich

Außerplanmäßig vegetarisch ....

ja, das ist ein passender Titel für meinen heutigen Post. Nun ja, unter der Woche wird auch bei mir die Küche in der Regel nur recht spartanisch benutzt .... zumal dieses Wetter so gar nicht zum großen Kochen einläd. Aber heute hab ich ein Essen für morgen vorbereiten müssen und ich habe festgestellt, dass ich es zwar schon häufiger zubereitet, aber noch nie veröffentlicht habe. Zugegeben, ich finde schon auf meiner eigenen Seite schon so manches nicht mehr ... muss mir dringend ein Ordnungssystem für meine Artikel einfallen lassen. Wär doch echt schade drum.

Nun, was ist der Grund meines heutigen Ausfluges in die Küche?

Eine liebe Kollegin, die sich regelmäßig am Montag, Dienstag und all den anderen Tagen, wenn ich die überzählige Menge produzierter und Realität gewordener Kochkreationen mit in die Arbeit bringe erbarmt und mir bei dessen Verwertung hilfreich zur Seite steht, die noch nie darüber gemeckert hat, die tapfer alles aufisst und häufig auch noch hilfreiche Ideen hat, wie man noch mehr variieren kann, hat morgen ihren letzten Arbeitstag ... na ja, zumindest vor ihrem Urlaub. Das allein war eigentlich schon Grund genug für dieses "Abschiedsessen".

Aber da meldete sich gestern auch noch ein Kollege zu Wort, der zur Zeit Strohwitwer ist, Hunger hat und dem bei dem Duft der Zubereitung meiner Bruschetta (siehe letzter Post) das Wasser im Mund zusammengelaufen ist (bei ihm gab's Döner). Zwei Fliegen mit einer Klappe geschlagen ... auch eingeladen.

Ach ja, was es morgen gibt? eigentlich ganz banal:

Spaghetti mit veganer Bolognese-Sose

Im Moment kann ich leider nur ein Bild der Sose zeigen ... das Essen gibt es ja erst morgen. Aber die ist ja auch der Kern des Ganzen. Ein paar Spaghetti und etwas geriebenen Käse kann sich ja vermutlich jeder in seiner Phantasie gut vorstellen.

Die Sose ist auch sehr einfach und schmeckt lecker ... ich vermisse auch hier das Hackfleisch in der Sose kein bisschen.

So ging's:

  • Sojaschnetzel in Gemüsebrühe einweichen und 15-20 Minuten einweichen lassen.
  • 1 Zwiebel in feine Würfel schneiden und zusammen mit einer fein gewürfelten Knoblauchzehe in Öl anschwitzen.
  • Eingeweichte Sojaschnetzel dazu geben und anbraten. Zunächst muss die restliche Gemüsebrühe verkochen, dann aber etwas anrösten. Achtung, brennt leicht an.
  • Eine Dose geschälte und gehackte Tomaten dazu geben, ggf. noch etwas Wasser und Tomatenmark unterrühren bis die gewünschte Konsistenz erreicht ist.
  • Würzen mit Salz, Pfeffer, Paprika edelsüß und reichlich frischen Kräutern (meine beliebte mediterrane Mischung: Salbei, Oregano, Basilikum, Rosmarin und Thymian, alles fein hacken).
  • Kurz aufkochen und noch eine Weile ziehen lassen. Noch einen kleinen Schuss Olivenöl unterrühren ... Fett ist schließlich Geschmacksträger und erspart so manches Gramm Glutamat.

 

Das war schon alles. Bei mir wird die Sose nun gleich in den Kühlschrank wandern und morgen die dann frisch gekochten Nudeln beglücken und hoffentlich ebendieses mit den Geschmacksknospen meiner Kollegin und meines Kollegen anstellen.

Aus versehen vegan ....

so könnte ich die heutige kulinarische Köstlichkeit nennen. Warum "aus versehen"? ... nun ja, im Alltag bekomme ich immer wieder recht eigenartige Reaktionen auf meine kulinarischen Experimente ... "wie, vegetarisch .... Du????" ... oder "... vegan ... ich ... nie ...". Manchmal erwähn ich dann, wie oft jeder, ohne es bewusst zu tun, sich vegetarisch oder sogar vegan ernährt.

Unglauben .... das kann nicht sein. DOCH, hier ein kleines Beispiel, womit ich heute meinen Hunger gestillt habe:

Gemüse-Wildreis-Salat mit Bruschetta ... ein super leichtes Gericht für den Sommer und völlig und aus versehen vegan.

Der Salat ist kein Hexenwerk: Wildreis nach Vorgabe kochen. Dazu verschiedene Gemüse, z.B. hier Paprika in kleine Würfel, Möhren in Streifen so wie Gurke und Radieschen in Scheiben geschnitten. Dazu etwas Mais (der kam aus der Dose) und als Basis etwas Ruccola. Oben drauf ein paar geröstete Cashew-Kerne.

Das Dressing bestand aus Apfelessig, Öl, Salz, Pfeffer, etwas Zucker und reichlich frischen Kräutern ... fertig. Schneller gehts kaum.

Für die Bruschetta Tomaten schälen (mit kochendem Wasser übergießen), Kerne entfernen und in kleine Würfel schneiden. Eine Zehe Knoblauch fein hacken und auch hier frische Kräuter dazu (Basilikum, Salbei, Thymian und Oregano).

Brot in Scheiben schneiden (hier Chiabatta, aber eigentlich geht jedes Brot) und in Knoblauchöl anrösten. Das Knoblauchöl kann man kaufen oder wie ich selber machen, Einfach einige Knoblauchzehen in grobe Stücke schneiden und mit Öl übergießen. Einige Stunden ziehen lassen ... fertig.

Die Tomaten dann auf die gerösteten Brotscheiben verteilen ... mit etwas Salz bestreuen und ... FERTIG.

Also mal ehrlich .... Fertigprodukte sind doch wirklich kaum schneller. Frisch ist dafür viel gesünder, man weiß was drinn steckt und vor allem gesünder.

Also an alle ... Vegan ist gar nicht so schlimm ... ne, sogar ganz lecker