Zeit zur Entschleunigung !

Ja, das ist der passende Titel für mein kulinarisches Experiment von heute. Weder bei der Zubereitung noch beim Essen muss Hektik aufkommen ... man kann sich wirklich Zeit lassen. Und die hab ich mir an diesem Wochenende, nach drei tierisch anstrengenden Wochen in der Arbeit, auch mal wieder genommen.

Ich freue mich übrigens auch über die vielen, die in den letzen Wochen diese Seite geliked haben. Die meisten von euch kenn ich gar nicht persönlich, freue mich aber enorm, dass ihr an meinen Veröffentlichungen Gefallen gefunden habt. Anregungen und Kritik sind jederzeit willkommen ... wir können nur voneinander lernen.

Ich werde immer wieder gefragt, "seit wann bist Du denn Veganer" oder "Vegetarier"? ... Nun ... bin ich das? Ich antworte dann immer häufiger, dass ich kein Vegetarier bin sonder mich weitestgehend vegetarisch ernähre. 

Während ersteres ja eindeutig eine Eigenschaft ist, die man jemanden zuschreibt, ist letzteres doch eher eine Verhaltensweise wie viele andere auch. 

Ersteres will mich in eine Schublade stecken, in die ich nicht will und nicht reinpasse, letzteres ist meine freie Entscheidung.

Heute ist zumindest die Hauptmahlzeit 100% vegan ... OK, im Salat war Mozzarella, aber der war ja nur die Beilage. Und die Hauptmahlzeit basiert auf einem uralten Rezept, dass schon meine Mutter öfter gekocht hat als ich gerade anfing zu laufen und eigenständig zu essen ... also schon sehr lange her „smile“-Emoticon

Aber ich wollte nicht nur nachkochen, sondern hab gleich mal zwei Variationen dazu gemacht. Also ... am Anfang waren Krautwickel. Einfach ... schnell ... sau-lecker ... Aber jetzt mal Step-by-Step:

Die Basis bildet ein Nudelteig. Ich bevorzuge ja die italienische Variante die nur aus Hartweizengrieß und Wasser besteht. Das Grundrezept hab ich schon in einem früheren Post einmal erläutert ... hier nur kurz: Hartweizengrieß mit heißem Wasser übergießen und gut durchkneten. Immer wieder Gries dazu geben, bis ein nicht klebender fester Teigklops entstanden ist. In Folie einschlagen und über Nacht im Kühlschrank ruhen lassen

Entschleunigung Teil 1 ... perfekt und in aller Ruhe vorzubereiten.

Am nächsten Tag dann die Füllung zubereitet. Diese ist bei den hier gezeigten Variationen recht unterschiedlich und seien hier kurz erläutert. Aber alles total einfach, kann in aller Ruhe vorbereitet werden und kein Arbeitsschritt jagt den nächsten. Es schadet nicht, wenn die Komponenten wieder kalt werden ...

Krautkrapfen:

Das ist die einfachste Füllung. Einfach fertiges Sauerkraut nehmen, etwas Salz und Pfeffer dazu ... fertig

Lauchkrapfen:

Die nächste Steigerung der Schwierigkeit: eine Stange Lauch der Länge nach halbieren und dann in feine Streifen schneiden. In etwas Gemüsebrühe kurz gar kochen (7-10 Minuten) ... dann durch ein Sieb abgießen, aber die Brühe auffangen .. brauchen wir später noch etwas davon. ... und fertig die Füllung Nr. 2. Ach ja, Würzen erübrigt sich hier, das die Gemüsebrühe einen hervorragenden Geschmack gibt.

Champignon-Bolognese-Krapfen:

Die ultimative Steigerung der Schwierigkeit für heute: Sojaschnetzel in heißer Gemüsebrühe 15 Minuten einweichen ... länger schadet auch nix. 1 kleine Zwiebel und 2-3 Knoblauchzehen klein würfeln. Einige Champignons putzen und in feine Streifen schneiden. Die Sojaschnetzel durch ein Sieb gießen. Zwiebeln und Knoblauch in Olivenöl anschwitzen. Champignons und Sojaschnetzel dazu geben und alles gut anbraten ... mit Salz, Pfeffer und Paprikapuler würzen ... uuups .. auch schon fertig

die Krapfen zubereiten:

den Nudelteig mit der Nudelmaschine ausrollen. Sollte nicht all zu dünn sein. Mein Nudelmaschine hat 7 Stufen, und hier höre ich bei Stufe 5 auf. Die Nudelplatten sollten so 20-30 cm lang sein.

Die Nudelplatten auf ein Küchenbrett legen und dünn mit der entsprechenden Füllung belegen ... für alle Varianten identisch. 

Krautkrapfen-Füllung
Lauchkrapfen-Füllung
Bolognese-Krapfen-Füllung

 

Dann die Nudelplatte mit Füllung wie einen Strudel aufrollen .. darf schön stramm sein, aber Vorsicht, die Nudelplatten reißen auch leicht.

Diese Roulade dann in etwa 2-3 cm starke Stücke schneiden ... hängt etwas von der Höhe der Auflaufform ab. Dürfen natürlich nicht oben raus stehen. Dann diese Abschnitte nebeneinander in die Auflaufform schichten. Ich hab es hier nach Sorten getrennt gemacht ... kann aber auch in einer Form gemischt werden.

 

Im ursprünglichen Rezept kam nun etwas Schweineschmalz oben drauf. Dieses habe ich natürlich ersetzt und Kokosfett genommen, bzw. Olivenöl bei den Champignon-Bolognese-Krapfen. Hauptsache etwas Fett, welches ist Geschmacksache.

Sauerkraut und Lauch haben genügend eigene Feuchtigkeit. Bei den Champignon-Bolognese-Krapfen habe ich noch 2 Essl. von der Gemüsebrühe, die ich vorhin aufgefangen habe, dazugetan, um genügend Feuchtigkeit für die Nudelplatten zu haben.

Ideal wäre nun eine Auflaufform mit Deckel ... hab ich aber nicht. Also hab ich mir Abdeckungen aus Alufolie gemacht .. ökologisch sehr fragwürdig, aber alternativlos „wink“-Emoticon Dann das ganze 20 Minuten bei 170° in den Backofen. Nach 20 Minuten den Deckel entfernt, die Temperatur auf 200° erhöht und weitere 20 Minuten backen lassen.

Ja ... das war es schon ... Entschleunigung Teil 2 ... man kann sich echt Zeit lassen dabei.

Und das beste: es schmeckt warm, direkt aus dem Ofen, später dann kalt oder am nächsten Tag aufgewärmt .... Entschleunigung Teil 3 „smile“-Emoticon

Resümee:

Zu 70% gelungen und zu 90% lecker.

Wunderbar sind die Kraut- und die Lauchkrapfen. OK, hätte noch etwas kräftiger gewürzt werden sollen, aber Salz kann auch auf dem Teller noch zugefügt werden. Das ist kein Problem Die Champignon-Bolognese-Krapfen haben mich leider etwas enttäuscht. Geschmacklich nicht schlecht, aber viel zu trocken ... da fehlt definitiv etwas mehr Flüssigkeit. Das nächste Mal vielleicht mit einer leckeren Tomaten- oder Kräutersose aufgießen ... mal schauen. Auch hätte überall noch etwas mehr Kokosfett ran müssen .. war zu wenig.

Aber es war lecker ... meist sind die einfachsten Rezepte die leckersten 

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Kommentare  

0 #1 Bernd Hiltel 2016-03-27 21:41
Kraut- und Lauchkrapfen waren am nächsten Tag nach dem Aufwärmen fast noch leckerer als frisch :-)
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